Eine Vollblutmusikerin mit Herz
Re-Ka-Ge verleiht den Grünkohlorden an Verena Brockmann
Reckenfeld
Mit der Verleihung des Grünkohlordens setzte die Re-Ka-Ge zum Abschluss der Session am Veilchendienstag ein krönendes Highlight. Neue Ordensträgerin ist die Dirigentin des Reckenfelder Blasorchesters (RBO), Verena Brockmann.
Von Regina Sommer [Grevener Zeitung]
Bevor es losgeht, groovst du dich erst immer mit einem charmanten Hüftschwung ein“, beschrieb Karina Prekau von der KG Emspünte die neue Ordensritterin in ihrer Ansprache. Ganz richtig: Hier geht es um anspruchsvolle Orchesterarbeit – und um keine Geringere als die Dirigentin des Reckenfelder Blasorchesters (RBO), Verena Brockmann. Am Dienstagabend wurde ihr im Rahmen eines bunten musikalischen Festprogrammes der Grünkohlorden der Reckenfelder Karnevalsgesellschaft (Re-Ka-Ge) verliehen.
Bereits seit 1974 ehrt die Re-Ka-Ge mit diesem bedeutenden Orden alljährlich einen besonderen Menschen in der Region, welcher „Heimat und Brauchtum“ und das „gute Miteinander“ besonders fördert.
150 Gäste verfolgen charmant moderiertes Programm
Auch in diesem Jahr war der in den Re-Ka-Ge-Farben rot und blau geschmückte Saal des Deutschen Hauses bis auf den letzten Platz gefüllt. Neben Vorstand und „Ehrenrittern“ waren verschiedene Abordnungen von Grevener Karnevalsvereinen und -clubs erschienen. Auch Grevens Bürgermeister Dietrich Aden und Vertreter politischer Fraktionen gaben sich die Ehre. Sie alle wollten nach einem gemeinsamen, zünftigen Grünkohlessen der traditionellen Ordensverleihung zum Abschluss der Session beiwohnen.
Nach opulenter kulinarischer Stärkung mit Grünkohl, Kartoffeln und Mettwürsten konnte das offizielle Programm beginnen. Die rund 150 Gäste verfolgten gespannt den von Sängerin Svenja Niepel und Annett Boy charmant moderierten Abend. Die Laudatio sprach der letztjährige Ordensträger Michael Buschkühl.
„Du hast vor über 20 Jahren die Leitung des RBO übernommen und warst davor schon als Dirigentin des Jugendorchesters sehr erfolgreich“, schilderte Buschkühl. „Dein Wirken reicht weit über das Musikalische hinaus. In Reckenfeld ist unser Blasorchester ein Stück kulturelle Heimat“, so der Laudator weiter. Verena Brockmann trage maßgeblich dazu bei, dass diese Heimat lebendig bleibe.
Die mit dem Grünkohlorden Geehrte verbinde Generationen, stärke die Gemeinschaft und zeige, wie viel Kraft in der Musik liege. Besonders sichtbar werde ihre Arbeit in den unvergesslichen, mitreißenden Konzerten. Wenn der erste Ton erklinge, werde allen bewusst: Das Konzert ist das Ergebnis unzähliger Stunden Vorbereitung. Stunden voller Geduld, Ausdauer und Ermutigung.
Und natürlich: fachliche Kompetenz, die Brockmann als Musiklehrerin an einer Gesamtschule virtuos in ihre Orchesterarbeit einfließen lässt. Nachdem die gebürtige Reckenfelderin einige Jahre studienbedingt dem Heimatort den Rücken gekehrt hatte, sei sie mit ihrer Familie vor 15 Jahren zurückgekehrt, schilderte Buschkühl. Traditionell sei ihre Familie eng mit der Musik verbunden – Verena Brockmann habe das Erbe mit viel Herzblut fortgesetzt. „Du hast das kulturelle Leben in Reckenfeld bereichert“, hob er lobend hervor.
Nun sei es an der Zeit, aus tiefstem Herzen Danke zu sagen. Buschkühl verlieh ihr sodann den Grünkohlorden als Anerkennung für ihren herzlichen und engagierten ehrenamtlichen Einsatz.
Nach der feierlichen Auszeichnung bedankte sich die frisch gebackene Ordensträgerin bei der Re-Ka-Ge, ihrem Ehemann und ihren Eltern Petra und Reinhard Kreimer, die sie immer so wunderbar unterstützt hätten. „Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen“, betonte Brockmann. Auch den Musikerinnen und Musikern des RBO wurde ihr großer Dank zuteil: Erst durch diese habe es Erfolge gegeben.
Im Anschluss hatten auch die Delegationen der Karnevalsvereine Gelegenheit, Verena Brockmann mit Präsenten, Umarmungen und Küsschen zu gratulieren. „Du bist Reckenfeld“, brachte Karina Prekau ihre Anerkennung auf den Punkt.
Aktive loben Verena Brockmanns Einsatz
Stevens Gomes lobte die Initiative Brockmanns, einen Kultur-Stammtisch ins Leben gerufen zu haben. Auch Helge Falkner zollte Brockmanns ehrenamtlichem Einsatz besonderen Respekt: „Da ziehe ich meinen Hut“, fasste er zusammen. Richard Ebbigmann verwies auf die stimmungsvollen Open-Air-Adventskonzerte des RBO. Diese ließen die Menschen vor Ort die Weihnacht hautnah spüren, schwärmte er.
Bürgermeister Dietrich Aden rückte zunächst den identitätsstiftenden Charakter der Re-Ka-Ge in den Fokus: „Seit Jahrzehnten ist das große ehrenamtliche Engagement der Vereine sehr lobenswert. Bitte unbedingt so weitermachen“, ermutigte er. Verena Brockmann habe mit dem RBO Erfolgsgeschichte geschrieben. Sie und ihre Familie seien ein wichtiger Bestandteil der heimischen Kulturszene, hob Aden hervor.
Für mitreißende musikalische Unterhaltung zwischendurch sorgten DJ Franky, die Re-Ka-Ge-Tanzbande sowie Svenja Niepel und Dr. Stefan Erdmann – im Duett mit „Chim Chim Cheree“ und in beeindruckenden zusätzlichen Solo-Darbietungen. Eine Kostprobe aus dem Comedy-Musical „The Addams Family“ mit Luna Harbering und Noah Berger von der Freilichtbühne Reckenfeld begeisterte mit poppigen Melodien und prickelnden Gruseleffekten.
Feierlicher Abschluss der Session
Re-Ka-Ge-Präsident Guido Langer bedankte sich bei allen Beteiligten – insbesondere auch bei Organisatorin Nina Wübben – und überreichte Präsente.
Mit der Verleihung des Grünkohlordens setzte die Re-Ka-Ge zum Abschluss der Session ein krönendes Highlight. Das von Nina Wübben sorgfältig ausgewählte Programm sorgte für beste Stimmung und unterstrich einmal mehr den starken Zusammenhalt innerhalb der Reckenfelder Karnevalsfamilie.
Grünkohlorden für Verena Brockmann – so lief der Abend

















